Futtermittel

Man unterscheidet zwischen Grünfutter, Raufutter und Kraftfutter.

Grünfutter ist natürlich frisches Gras mit einem Wassergehalt von 80% und ca 1,4 - 3g/kg Eiweiß. Bei ganzjähriger Beweidung nehmen die Pferde im Frühjahr und Frühsommer meist zuviel Eiweiß auf. Dieses Zuviel kostet bei der Verstoffwechselung viel Kraft und belastet Nieren und Leber, die Pferde werden "faul". Überständige Weiden haben meist einen geringeren Nährwert, hier muß evtl. mit Heu zugefüttert werden.

Gassilage hat den Vorteil staubfrei zu sein und hat einen höheren Nährstoff- und Vitamingehalt. Durch den empfindlichen Siliervorgang kann es leicht zu Fehlgärungen udn Schimmelpilzbefall kommen. Außerdem können in Silageballen Botulismuserreger enthalten sein, die hochgiftig sind und bei Pferden fast immer tödlich wirken. Einmal geöffnete Silageballen müssen innerhalb kürzester Zeit verbraucht werden. Der hohe Säureanteil wird von manchen Pferden nicht gut vertragen. Durchfallerkrankungen können ein Symptom sein. Außerdem ist Silagefütterung Pferden mit Hufrehe und Neigung zu Ekzemen nicht zu empfehlen.

Heu und Stroh werden zwar beide als Raufutter bezeichnet, sind aber nicht ganz das Selbe. Gutes Heu besteht aus grünen, getrockneten Pflanzen und wird bei Beginn bis Mitte der Gräserblüte gemäht. Seine Rohfaser Zellulose ist wichtig für Aufbau und Erhalt einer gesunden Darmflora.
Stroh ist nur die trockene Pflanze ohne Samen. Die Rohfaser des Strohs ist Lignin, das vom bei der Verdauung zu giftigem Ammoniak zersetzt. Folgeerscheinungen können angelaufene Beine, Gallen und sogar Huflederhautentzündungen sein. Bei zu spät geschnittenem Heu nimmt der Ligningehalt so zu, dass es zur Pferdefüüterung nicht mehr geeignet ist.

Handelsübliche Heucobs oder auch Grascobs können unterschiedlicher Qualität sein, jenach dem welche Qualität das Gras hatte und wie es getrocknet wurde. Heucobs müssen unbedingt eingeweicht werden. Nimmt man dazu heißes Wasser, beschleunigt sich der Quellvorgang und man kann noch Teekräuter überbrühen. Manchen Pferden tut ein Thymian- oder Salbeitee im Winter gut.

Unter Kraftfutter verstehen wir Getreide wie Hafer, Gerste, Mais, Roggen und Weizen. Während Roggen und Weizen aufgrund des hohen Klebeeiweißanteils für die Pferdeernährung nahezu ungeeignet ist, können Gerste und Mais immerhin geschrotet oder thermisch aufgeschlossen gefüttert werden. Gerste und Mais haben einen höheren Energiegehalt, der aber nur verfügbar ist, wenn das Korn vorher aufgeschlossen wird.
Hafer ist immernoch das Beste Kraftfutter für Pferde, da seine Stärke durch Enzyme in Glukose umgewandelt wird und sofort über die Darmwand in den Blutkreislauf gelangt. Nur die Stärke des Hafers kann zu 80 - 95% im Dünndarm verstoffwechselt werden.

Fette und Öle enthalten meistens Omega-6-Fettsäuren, welche für Pferde ungeeignet sind. Lediglich Leinöl und Fischöl enhalten statt dessen Omega-3-Fettsäuren, die sie zu einer guten Energiequelle für Pferde machen. Dennoch sollten Höchstmengen von 100ml pro Portion nicht überschritten werden.

In Fertigfuttermitteln kann man über die genaue Zusammensetzung und Qualität der Bestandteile nur rätzeln. Oft genug sind Füllmaterialien wie Melasse zur Stabbindung enthalten. Feine ätherische Öle schmeicheln dem Näschen des Pferdebsitzers und wiegen ihn in trügerischer Sicherheit. Fast alle Pferde reagieren mit verbesserter Rittigkeit und allgemeinem Wohlbefinden wenn sie auf Haferfütterung mit ausreichend Heu umgestellt werden.
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Wir trauen unseren Pferden mit ihren Hufen einfach immer noch viel zu wenig zu..!