Verdauung:

Das Gebiss des Pferde lässt erkennen, dass es sich um einen Pflanzenfresser handelt. Es hat keine Reiszähne, nachwachsende Schneidezähne und mahlende Backenzähne. Der Darm ist mit seinen gut 23m Länge daran angepasst größtenteils Nahrung mit geringer Energiedichte zu verdauen. Um ausreichend Futter zu sich zu nehmen benötigt ein Pferd täglich 16 - 18 Stunden (40 - 50 Minuten für 1 kg Heu).
Der Magen hat ein geringes Fassungsvermögen von nur 15 - 20 Litern und ist folglich nicht an wenige große sondern auf kontinuierlich kleinere Futtermengen angepasst.

Die Rohfaserverdauung findet im Dickdarm statt und erfolgt mikrobiell. Hier werden auch Nährstoffe zersetzt, die im Dünndarm nicht vollkommen abgebaut wurden. Ist dieser Anteil zu hoch, erhöht sich der zum Abbau benötigten Bakterien zuerst sprunghaft, später sterben sie in Massen ab und deren Toxine können eine Vergiftung des Gesamtorganismus auslösen. 
Stark verholztes Raufutter und Stroh besteht größtenteils aus Lignin. Es bewirkt eine Verarmung der Bakterienflora im Dickdarm und hat als Stoffwechselprodukt Ammoniak.

Kohlenhydrate (Zucker, Stärke, Zellulose) werden im Dünndarm absorbiert. Einfachzucker wie Fruktose gelangen dierekt über die Darmwand in den Blutkreislauf. Stärke wird durch Enzyme in Glukose umgewandelt und gelangt ebenfalls über die Darmwand in den Blutkreislauf. Nur die Stärke des Hafers kann zu 80 - 95% im Dünndarm verstoffwechselt werden. Andere Futtermittel müssen fein zermahlen oder thermisch aufgeschlossen werden um eine ähnlich hohe Verwertung zu erreichen.

Eiweiße werden schon im Magen abgebaut, sofern sie gut von den Backenzähnen freigesetzt wurden. Die weitere Verdauung geschieht im drüsenlosen Blindsack und im Dünndarm mittels Enzymen.

Mineralstoffe sind lebenswichtige Bestandteile des Pferdefutters. Unsere Landwirtschaft forciert leider eine entmineralisierung der Böden und somit sinkt auch der Mineralstoffgehalt in den Grundnahrungsmitteln. Spurenelemente sind nur in "Spuren" nötig, ein Zuviel wirkt oft als Gift.

Vitamine werden von Pferde sehr unterschiedlich benötigt. Es kommt hier auf Haltung, Alter, Art des Training, Gesundheitszustand und anderem an. Artgerecht gehaltene, gesunde Pferde können sämtliche Vitamine selbst bilden. Bestimmte Situationen lassen eine Vitaminzufütterung sinnvoll erscheinen, z.B. bei Rekonvaleszenzen, Hochleistungs-pferden oder auch bei unnatürlicher Haltung mit zu wenig Bewegung und Tageslicht.
Verdauung

Futtermittel
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Wir trauen unseren Pferden mit ihren Hufen einfach immer noch viel zu wenig zu..!